Der Buchstabe "S"

Buchstabe "S"

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Sabotage: Titel eines Graffiti-Buches aus Frankreich über Graffiti auf Zügen.

SAK: 1. (Stona Age Kids) Writercrew aus München (D). 2. Name eines Dortmunder Trainbombers der ersten Stunde, der sehr aktiv war. Er bevorzugt den typischen Dortmunder Simplestyle.

Sample: Engl.: Probe. Bezeichnung aus dem Djing und der Musikindustrie. Gemeint ist ein Fragment bzw. ein Loop einer Melodie oder eines Liedes, das von einem Sampler in digitale Daten umgewandelt und meist etwas verändert, dem Beat angepaßt wurde. Samples sind jedoch nicht nur Melodien sondern oft auch bekannte Aussprüche, Schreie und Ähnliches.

Sampler: 1. Bezeichnung für einen Computer, der analoge Musiksignale in digitale Daten umwandelt, die man dann selbst bearbeiten (Geschwindigkeit, Länge, Klang usw.) und als Lied- oder Melodiefragmente in ein neues Lied einsetzen kann. Bei der Produktion dieser Geräte traten besonders Firmen wie Ensoniq, Roland und AKAI in den Vordergrund 2. Bezeichnung für ein Comic-Heft mit Werken verschiedener Zeichner 3. Bezeichnung aus der Musikindustrie für eine Zusammenstellung der Songs diverser Musiker auf einem Tonträger. Ein Sampler wird auch als Compilation bezeichnet. Der erste deutsche HipHop-Sampler erschien 1991 und hieß "Krauts With Attitude". Ihm folgten Werke wie "Die Alte Schule", "Pioniermanöver I und II", "That's Real Underground - 100 % German HipHop", "Vibra Zone", "Da Experience", "The Cook Monster", "Schützt die Rille", "HipHop Hurra!", "Düsseldorf lebt!", "Joining Forces", "Nordseite" und "Breitseite", "Deutschland ein Wintermärchen", "Kill The Nation With A Groove", "Eastside Unia", "BeastSide", "Blitz Mob", "Soundtrax zum Untergang 9111", "Brainkilla" und "Hand in Hand". In der Schweiz erscheint seit 1990 die HipHop-Samplerreihe "Fresh Stuff".Zu den Undergroudsamplern aus den Vereinigten Staaten gehören "America Is Dieing Slowly"und "The Lyricist Lounge" von

S-Bahn Graffiti: In Deutschland sind S- und U-Bahnen für Writer am attraktivsten, da diese durch die ganze Stadt fahren und so, wenn sie nicht gleich gebufft werden, leicht von anderen Writern gesehen werden können. Die erste S-Bahn in Deutschland wurde wahrscheinlich 1984 in München von Cheech besprüht, bekannt ist allerdings auch, daß in Frankfurt bereits vorher Regionalzüge bemalt.

S-Bahn Surfen: In einigen Städten kam für einige Zeit S-Bahn-Surfen als Modewelle auf. Beim S-Bahn-Surfen wird während der Fahrt an der Außenseite der Bahn herumgeklettert. Dabei kam es oft zu tödlichen Unfällen. Auch bei Writern war diese Art in den Anfangs-Jahren verbreitet. Beim S-Bahn-Surfen wurden von den Writern Outside-Bombings angebracht.

Schacht: Bezeichnung aus dem Writing. Viele Writer, die U-Bahnen besprühen, praktizieren dies auch in unterirdischen Tunnel-Layups. Dabei übt das Tunnelsystem, oder auch der Schacht, eine besondere Faszination auf die Writer aus. In einigen Städten existieren richtige Labyrinthe mit mehreren Ebenen. In New York leben sogar mehrere tausend Menschen, zumeist Obdachlose in jenem Tunnelsystem, das teilweise aus 10 Ebenen besteht. In Schächten werden auch oft Bilder an die Tunnelwände gemalt.

School: Die verschiedenen Zeitabschnitte in der Geschichte der HipHop-Kultur werden mit dem Begriff School versehen. Im wesentlichen wird zwischen Old School und New School unterschieden. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Epochen und die Diskussion darüber, was denn überhaupt wo einzuordnen sei, ist immer wieder Grund für Kontroversen, besonders in Europa wo die Entwicklung des HipHop vollkommen anders verlief als in den Vereinigten Staaten.

Schreiben: Synonym für Writing.

Schrift: Der Kern des Writings sind Schrift und Buchstaben.

Schriftzüge: Das zentrale Element, die Botschaft beim Writing. Der Writer macht Werbung für seinen Namen, indem er ihn an möglichst vielen Stellen anbringt. Dabei ist natürlich auch die Qualität und der eigene Stil von großer Wichtigkeit. Eine andere Bezeichnung für Schriftzug lautet Style.

Schwester S: (Sabrina Setlur) MC.Aus Rödelheim, Frankfurt (D). Wirkte beim Rödelheim Hartreim Projekt mit und ist 3P Mitglied. Die deutsch-amerikanische Frankfurterin soll angeblich 1993 von ihrem Schulfreund Thomas Hoffman während einer Autofahrt entdeckt worden sein, als sie den Song "Ain't Nuthin' But A G Thang" von Doctor Dre mitrappte. Sie beteiligte sich an einem Stück auf der ersten LP des Rödelheim Hartreim Projektes und ging bald als Sabrina Setlur eigene Wege, wurde aber von RHP produziert. So entstanden ihr Album "Die neue S-Klasse" und einige Singles, welche insgesamt mehr als eine Millionen mal verkauft wurden. Ihr bisher größter Erfolg war der Song "Du liebst mich nicht". Dieser erlangte den ersten Platz der deutschen Single Charts. Sabrina Setlur wurde mit zwei goldenen Schallplatten ausgezeichnet.

SCM: (Systematic Crime Media) Writercrew aus Heidelberg (D). Wurde 1983 gegründet. Mitglieder: Hero, Kane, Ses, Pore, Temp und Time. Hero, Kane und Omen besprühten 1987 den ersten Zug in Heidelberg. Neben SCM gibt es noch SCM 193, der auch Writer aus anderen Städten angehören. Die Writer von SCM bevorzugen den für Heidelberg typischen an New Yorker Vorbildern orientierten Style.

Scope: MC aus Köln (D). Das ehemalige Mitglied der Rude Poets gehörte einst zum Moderatorenteam der HipHop-Sendung Freestyle auf dem Kölner Musiksender VIVA, welche jedoch abgesetzt und durch Wordcup ersetzt wurde. Außerdem wirkt er bei Gruppen wie STF und bei Projekten von Fast Forward mit.

Scrap-Train: Begriff aus dem Writing (engl.: Schrottzug) Synonym für Trash-Train, also einen bereits aus dem Verkehr genommenen Waggon.

Scratch(en): Begriff aus dem Djing. Technik, bei der eine Schallplatte an einer markanten Stelle mit der Hand hin und her bewegt wird, so daß ein kratzendes Geräusch entsteht. Durch geschickten Einsatz des Cross Faders werden Teile des Geräusches unhörbar gemacht und dem Rhythmus eines anderen Beats angepasst.

Scum: Siehe Chemnoz.

Second (Out)Line: Begriff aus dem Writing. Nachdem der Writer bei seinem Piece die Outlines gezogen hat, wird oft noch eine zweite Outline, die sogenannte Second Outline gezogen. Dadurch wird ein bestimmter Effekt erzielt. Der Schriftzug kann dadurch auch sauberer wirken.

Shek: Oldschool- Writer und Styleleader aus Berlin, der seit Mitte der 80er aktiv ist. Shek ist Mitglied bei SOS und 156. Nachdem Amok mit dem Malen aufgehört hatte, sprühte Shek einige Bilder unter diesem Namen. Shek ist außerdem auch Comiczeichner.

Show: Writer aus Basel (CH). 1989 begann er mit dem Sprühen. Bekannt wurde er durch seine Characters und seine zahlreichen Pieces entlang der Line in Basel, die er zum großen Teil mit Dare zusammen gemacht hat. Gesprüht hat Show in ganz Europa und in New York. Er ist Mitglied der Crews TWS und ABC.

Silberbilder: Begriff aus dem Writing. Siehe Chrombilder.

Silberpfeil: Begriff aus dem Writing. Synonym für Steeltrain.

Silo-Nation: 1993 in Dortmund gegründete Vereinigung von Leuten aus dem HipHop-Umfeld, die sich als ironische Gegenbewegung zu der "anti-Alkohol" Interpretation einiger deutscher Zulu-Mitglieder versteht. Bekannt geworden durch die Dortmunder Gruppe Too Strong.

Simple-Style: Begriff aus dem Writing. Bezeichnung für einen einfachen, gut lesbaren Style, der besonders typisch für Bomber ist. Siehe auch: Bombings, Chromsilber, Quicks, Throwups.

Signen: Siehe Signing.

Signing: Begriff aus der Musikbranche, der das Unterschreiben eines Plattenvertrages bezeichnet.

Skena: Oldschool-Writer aus Hamburg, der 1984/85 mit dem Sprühen anfing. Unter anderem ist er Mitglied bei TDS (The Def Stars), der auch Can 2 angehört.

Sketch: (engl: Skizze) Begriff aus dem Writing für eine Zeichnung auf dem Papier. Damit können sowohl Skizzen, als auch ausgearbeitete Zeichnungen gemeint sein. Sketche kommen oft in das Blackbook oder das Guestbook der Writer. Ausgearbeitete Zeichnungen werden gelegentlich auch an die zahlreichen Graffiti-Magazine geschickt.

Sketchbook: (engl: Skizzenbuch) Spezielle Bücher oder Hefte der Writer, in denen entweder die eigenen Entwürfe ( Blackbook) oder die der anderen ( Guestbook) enthalten sind.

Skills: (engl.: Geschick, Fertigkeit, Können). Besonders beim MCing häufig benutzte Bezeichnung für die Fertigkeiten der Rapper.

Skinny Cap: Bestimmte Cap-Sorte, die wegen ihres besonders dünnen Sprühstrahls für feinere Arbeiten oder für Outlines genommen wird. Bis in die 90er hinein, wurden die Skinnies von Deodorant-Sprays gestohlen, da sie nicht im Handel erhältlich waren.

Skizze: Siehe Sketch.

SKS: (Stylekeepers) Writercrew aus Berlin (D). Hat sich zu Beginn der 90er gegründet. Mitglieder: u.a. Inka, Rew und Snek, der aus Frankfurt/Main stammt.

Slipmat: Begriff aus dem Djing. Die Slipmat ist eine plattentellergroße Filzmatte, die auf diesen aufgelegt wird, damit die Platten, mit denen der DJ arbeitet (z.B. scratcht) nicht beschädigt werden und besser auf dem Plattenteller gleiten.

Slum: Bezeichnung für ein Ghetto, eine arme, schlechte Wohngegend, in der zumeist ethnische Minderheiten wohnen.

SMC: MC aus Deutschland. Ist seit den späten 80ern aktiv.

Smurf: In Frankreich geprägter Begriff aus dem Breakdance für Floats.

Snare: Die Snare ist der hohe, den Rhythmus bzw. den Takt angebende Schlag eines Beats.

Sneaktip Magazin: Graffiti-Magazin aus Dänemark.

Snek: Writer aus Frankfurt/Main (D). Malt seit den späten 80ern überwiegend auf Zügen. Ist Mitglied in einigen Berliner Crews, wie CMD und SKS.

Softcap: Begriff aus dem Writing. Für eine Sorte von Caps, die wegen eines sehr sanften Sprühstrahles gut für Fadings geeignet sind.

Softie-Style: Bezeichnung für Bubble Style.

SOKO: Durch Polizei und Bundesgrenzschutz gebildete Sonderkommissionen. Die SOKO GIB (Sonderkommission Graffiti In Berlin) ist mit rund dreißig Mitarbeitern die größte Einheit dieser Art in Deutschland. Vorbild ist der Vandal Squad in New York. Die erste SOKO in Deutschland wurde 1986 in München gegründet. Wie oft von betroffenen Writern zu hören ist, sollen die Mitarbeiter der SOKO's gelegentlich am Rande der Legalität agieren. Obwohl durch die SOKO regelmäßig Writer überführt werden konnten, war es mit ihr bislang nicht möglich, das Writing auch nur in irgendeiner Form wirklich einzudämmen. Mittlerweile wurde in vielen deutschen Städten die SOKO wieder aufgelöst, wegen zu geringer Erfolge und den obengenannten Gründen.

Some: Writer Aus Berlin. Begann in den 80ern mit dem Writing. Gründete mit Odem die Writercrew SOS. Er wurde für seinen Wildstyle bekannt und gilt als Styleleader. Some ist auch als DJ aktiv.

Soon E MC: MC Aus Frankreich. Ist seit den späten 80ern aktiv. Konnte sich europaweit etablieren.

SOS: (Spirits of Style) Writercrew; aus Berlin. Wurde 1990/91 von Odem und Some gegründet. Weitere Mitglieder: Amok, Shek, Phos, Bisaz, Poet. Fast alle SOS Mitglieder gehörten damals zu den Style Kings in Berlin. SOS bekam auch internationale Aufmerksamkeit.

Soundtrack: Musikalische Begleitung eines Spielfilms, die oft auch auf extra Tonträgern veröffentlicht wird.

SPAX: MC aus Bad Bentheim (D). Spax gehört heute zur Rap-Elite Deutschlands und ist für seine Fähigkeiten als Freestyler und als überzeugender, die Massen bewegender, MC bei Live-Shows bekannt. Ende der 80er hörte er erstmals HipHop-Musik. Seine erste Gruppe hieß U-Man. Mitte der 90er arbeitete er mit FAB, dann auch einige Zeit mit MC René zusammen. Er tat sich nach unzähligen Auftritten mit DJ Mirko zusammen um, von nun an gemeinsam sowohl live als auch auf Tonträgern, zu rocken. SPAX gastierte unter anderem auf der LP der Hamburger Gruppe Fettes Brot "Außen Top Hits, Innen Geschmack". Seinen Plattenvertrag unterschrieb Spax beim Hamburger Label Motor Music und veröffentlichte dort die Maxis "Bianca Loves Cars And Spax", "Popschutz", "Mit Leib und Seele". Seine LP wurde nahezu vollständig von Markus Klammer von Main Concept aus München produziert.

Speiche/Spaiche/Zpoke: B-Boy aus Deutschland. Der gelernte Schiffbauer rockte in den späten 80ern und frühen 90ern mit den Zulu-Boys. Nach der Wende studierte er in Braunschweig Sport und war Bestandteil des Rap Nation Magazins. Er rief die Gruppe Funky Grossangriff ins Leben und kümmerte sich in Berlin lange Zeit um die Belange des HipHop-Mobils. Neben unzähligen Auftritten in Funk und Fernsehen führte er auch viele Workshops durch.

SPEX Magazin: Deutsches Magazin. Für Pop-Kultur, welches vielen HipHoppern in den frühen 90ern als wichtige Informationsquelle in Sachen Rap-Musik diente.

Spins: Begriff aus dem Breakdance. Die Spins gehören zu den Powermoves. Unter Spins versteht man jegliche Art von Drehungen auf Körperteilen um die Körperlängsachse. Drehungen auf den Knien heißen Kneespins, Drehungen auf dem Rücken nennt man Backspins, Drehungen auf dem Kopf nennt man Headspins. Dreht sich der Tänzer auf den Händen, so spricht man von Handspins oder auch Handglides.

Spider: Begriff aus dem Breakdance. Der Spider ist ein Move, der ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordert. Der Tänzer hat die Knie auf seinen Schultern, direkt an seinen Ohren und muß auf seinen Händen und Füßen das Gleichgewicht halten.

Spraycan Art: Einer der bekanntesten Buchtitel zum Thema Writing. Siehe Graffiti-Bücher.

Spray City: Siehe Graffiti Bücher.

Sprechgesang: Synonym für Rap. Siehe Rap.

Spreepatienten: Loser Zusammenschluß von 32 Berliner MC's.

Spühdose: Als wichtigstes Arbeitsmittel der Writer ist die Sprühdose zu verstehen. Sie ist das Markenzeichen einer ganzen Jugendkultur. Ohne die Entwicklung der Farbsprühdosen hätte sich so etwas wie das Writing kaum in seiner heutigen Form entwickeln können. Mit der Erfindung der Farbsprühdosen ist einfaches und schnelles Arbeiten möglich geworden, sowie einen längere Beständigkeit der Farbe gewährleistet.

Sprühtechniken: Siehe Techniken.

Sprüher: Bezeichnung für einen Graffiti-Writer, jemand der Wände, Verkehrsmittel etc. besprüht, um seinen Namen zu verbreiten.

Sprühergruppe: Siehe Writercrew.

Standardcap: Bezeichnung aus dem Writing für den Sprühaufsatz, der sich beim Kauf auf den Dosen befindet. Da diese einen sehr unsauberen Sprühstrahl produzieren, werden in der Regel andere Caps besorgt. Allerdings lassen sich mit Standardcaps bestimmte Effekte erzeugen. Neuerdings gibt es auch Firmen, die gleich beim Verkauf Skinnycaps mitliefern.

State Of Departmentz: (auch STOD, früher State of Departments) HipHop Crew aus Braunschweig (D). Mitglieder: P. und B. Sauer, DJ Royal T (ehemalige Mitglieder: Julie D, Crash, P.ABU K., MC René). Die Gruppe existiert seit 1989 und zählt zu den festen Größen im deutschen HipHop. Bereits auf dem "Krauts with Attitude"-Sampler waren sie mit einem Stück vertreten. Außerdem beteiligten sie sich an der RapNation- Records-Compilation "That's Real Underground". Weitere Veröffentlichungen, wie die Maxi-Single "Mit der Waffe in der Hand" und die Langspielplatte "Reimexplosion" folgten.

Storm: 1. (Niels Robitzky) B-Boy aus Deutschland. Mitglied des Battle Squads. Storm gehört zu den bedeutendsten B-Boys Europas. 1983 begann er zu Breaken. Gegen 1987 begann er mit B-Boys aus aller Welt in Kontakt zu treten. Aufgrund seiner guten Swipes nannten ihn seine Freunde damals Swipemaster. Er selbst verkürzte den Titel auf Swipe. Den Namen Storm gaben ihm Mr. Wiggles und Kwikstep von der Rocksteady Crew. Durch seine internationalen Kontakte sammelte Storm auch viele Erfahrungen, die ihm beim Tanzen voranbrachten. Englische B-Boys brachten ihm die richtige Headspin-Technik bei und verhalfen ihm dadurch indirekt zu einem Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde als Rekordhalter im Headspinning. Der Vegetarier und erklärtermaßen frei von Drogen lebende B-Boy ist Mitbegründer des Battle Squads und gewann gemeinsam mit seinem Partner Swift, das erste und zweite Battle of the Year. Beide verweigerten in den darauffolgenden Jahren die weitere Teilnahme. Seit 1991 lebt Storm vom Tanzen. Gemeinsam mit Leuten wie Kwikstep gründete er die Agentur Full Circle. Durch eine schwere Verletzung in der Halsgegend im Jahre 1995 mußte er seine Trainingsgewohnheiten damals grundlegend umstellen. Seither praktiziert er auch mehr Locking. Storm arbeitete nicht nur mit dem Battle Squad, sondern auch mit Crews wie der Actuel Force aus Frankreich, den deutschen Flying Steps, Out Of Control aus Dänemark und Ghettoriginal Productions zusammen. Er führt Breakdance-Workshops durch und produziert Musik für Tanzshows. Desweiteren ist von ihm ein Buch über das B-Boying zu erwarten. 2. HipHop-Magazin aus Berlin (D). Schwerpunkt Graffiti. Erschien von 1992 bis 1996.

Straight Letters: Begriff aus dem Writing für einfache, direkte Buchstaben. Oft Simplestyle.

Strassenbombing: Begriff aus dem Writing. Siehe Streetbombing.

Street Maschine: Breaker-Crew aus Manchester (GB).

Strecke: Bezeichnung aus dem Writing. Siehe Line.

Streckenbild: Bezeichnung aus dem Writing. Deutscher Ausdruck für Linepiece.

Streetbombing: Begriff aus dem Writing. Für Graffitis, die an Straßen angebracht werden. Hier kommt es besonders auf Quantität an. Da Streetbombing ziemlich gefährlich ist, kommt es überwiegend in Form von Throw Ups und Tags vor.

Streetdancer: Eine heutzutage kaum noch benutzte Bezeichnung für einen Breakdancer, einen B-Boy, einen Popper oder Freestyle Tänzer.

Streetjam: Aus der Tradition der Blockparties in New York entstandene HipHop-Straßenfeste.

Streetworker: Siehe Jugendarbeit.

Style: 1. Im HipHop ist ein eigener Stil von Bedeutung. In der Regel werden danach die Writer, MC's, Breaker und DJ's beurteilt. Dabei ist nicht nur wichtig, daß der Style gut und innovativ ist, sondern auch, daß er eigen und für den, der ihn präsentiert charakteristisch ist. Beim Writing ist damit die Art, wie man die Buchstaben gestaltet gemeint, beim Rap die Art, wie man mit der Sprache umgeht, beim Breaken der Tanzstil, beim Djing die Art des kreativen Umgangs mit den Platten etc. 2. Begriff aus dem Writing, Synonym der Writer für Schriftzug.

Style And The Family Tunes: Seit Mitte der 90er erscheinendes Berliner A4-Magazin, welches neben Clubmusic, Mode und Fotografie auch gelegentlich über HipHop-Themen berichtet. Der Berliner Writer Dejoe hat maßgebend zur grafischen Profilgebung und Entwicklung des preisgekrönten Magazines beigetragen.

Style-King: Bezeichnug aus dem Writing. Für einen Writer, der durch seinen besonders guten, innovativen und ausgereiften Style eine besondere Stellung in der Szene hat.

Style-Leader: Bezeichnung aus dem Writing. Für einen Writer, der durch seinen Style und seiner Stellung in der Szene großen Einfluß auf die anderen Writer hat. Nach manchem Style-Leader haben sich die Szenen ganzer Städte gerichtet. Ein gutes Beispiel dafür ist Gawky, der in den 80ern den Style in deutschen Städten erheblich beeinflusste.

Style-Skulptur: Bezeichnung aus dem Writing. Einige Writer gehen dazu über, ihre Styles auch gelegentlich als Skulptur anzufertigen. Gewöhnlich geschieht dies mit Holz oder Gips, aber auch mit Beton. Writer wie Daim oder Delta, deren Styles sehr plastisch wirken, wollen so die Buchstaben befreien.

Style Wars: 1. Anfang der 70er, als sich in New York das Writing zu entwickeln begann, gab es einen regelrechten Style-Krieg zwischen den Writern, der allein mit der Sprühdose ausgetragen wurde. Besonders dadurch gab es viele neue Impulse für die weitere Entwicklung des Writing. 2. Graffiti-Film von Henry Chalfant und Tony Silver aus dem Jahre 1982, der viele Kids in Europa dazu bewegte, selbst mit dem Writing zu beginnen.

Stylist: Besonders beim Writing jemand, der sich in erster Linie durch seinen Style ausdrückt. Bei einem Stylisten zählen Name und Quantität erst in zweiter Linie. Für ihn geht es um die Neukonstruktion der Buchstaben als visuelle Ausdrucksform. Zeit und Aufwand sind eher Nebensache, wichtig ist allein das Umsetzen einer Idee und was davon rüberkommt. Viele Stylisten entwickeln sich durch ihre intensive Auseinandersetzung mit den möglichen Formen, die ein Buchstabe annehmen kann, zu StyleLeadern.

Sublabel: Bezeichnung für eine von großen Plattenfirmen gegründete kleinere Plattenfirma, sozusagen ein Unterlabel. Darauf erscheinen meist alle Künstler eines bestimmten Genres, wie zum Beispiel HipHop. Ein gutes Exempel hierfür ist Big Beat/Atlantic Records.

Subway: U-Bahn in New York. Hier wurde das Writing wie man es heute auf der ganzen Welt kennt geboren. Schon in den 40er Jahren tauchte überall in Amerika und Europa ein gewisser "Killroy" auf, oft mit Sprüchen, wie "Killroy was here". Auch die NewYorker Subway blieb nicht verschont. Somit ist er als eine Art Vorläufer der Writer zu sehen, schließlich schien es auch ihm darum zu gehen, Bekanntheit zu erringen. Der eigentliche Beginn des Subway-Graffiti war das Jahr 1970. Die ersten Panels wurden von Supercool und Stay High gesprüht. Im Laufe der Siebziger entwickelte sich das Writing überwiegend auf der Subway zu dem, was es heute ist. So gut wie jeder Writer aus New York ist an Zügen "groß geworden". Aus diesem Grund reizen heute Züge die Writer in aller Welt besonders, weil das Writing zum großen Teil auf Zügen entstand. Besonders die Subway in New York stellt für europäische Writer immer wieder eine große Herausforderung dar. Durch die starke Verfolgung und das schnelle Reinigen hat sich heute das Writing aber mehr auf Wände verlagert. Je nach Größe und Form gibt es für die verschiedenen Graffitis auf Zügen verschiedene Bezeichnungen, die in den 70ern in New York entstanden. Deren Bedeutungen haben sich aber zum Teil stark gewandelt. Die am häufigsten genutzten sind End-To-End, Married Couple, Panel, Top-To-Bottom, Wholecar, Wholetrain und WindowDown. Zusätzlich wird zwischen Inside und Outside unterschieden.

SubwayArt: Wichtiges Buch über Subway-Writing. Siehe Graffiti Bücher.

Such A Surge: HipHop-Crossover-Band aus Braunschweig (D), die ihre ersten Veröffentlichungen auf dem deutschen HipHop-Label Rap Nation herausbrachten. Ihre Maxi "Gegen den Strom" wurde zu den Bestsellern des Rap-Nation-Repertoirs. Jedoch schlossen Mathias Lanzer, der das Magazin und Label Rap Nation ins Leben rief, und die Band nur einen Vertrag über eine Maxi ab, danach wechselten Such a Surge zu einer großen Plattenfirma. Der Rapper Olli (Crash) war zuvor Mitglied der Gruppe State of Departments. Ihre Musik verbindet Rap und Gitarrenmusik.

Sucker MC: Begriff aus dem MCing. Für einen schlechten Rapper ohne Skills.

Suicide: Begriff aus dem Breakdance für einen Todessprung, gemeint ist ein Sprung aus dem Stand auf den Rücken.

Sumos: Begriff aus dem Breakdance. Die Sumos sind Windmills, bei denen die Arme die Knie umschließen.

Superkool: Writer aus New York (USA). Ging in die Geschichte des Writing ein, als er 1972 als erster ein Panel und später den ersten TopTo-Bottom malte. Er war der erste Writer, der auf die Idee kam, verschiedene Sprühaufsätze (Caps) zu benutzen, um verschiedene Sprühstärken zu erreichen.

Supermans: Begriff aus dem Breakdance. Die Supermans zählen zu den Windmills und werden auf dem Brustkorb des Tänzers ausgeführt. Die Arme werden dabei weit herausgestreckt.

SWAT-Posse: HipHop Posse aus Berlin (D). Die Geschichte der Swat-Posse beginnt am 15. März des Jahres 1991. Damals gab es in Berlin einen unabhängigen, alternativen Radiosender namens Radio 100, dessen Existenz aufgrund von wirtschaftlichen Problemen in jenen Tagen stark bedroht war. Zwar gab es von Seiten der TAZ und Elefantenpress ernsthafte Bemühungen den Sender am Leben zu erhalten, doch erwies sich der französische Rundfunkanbieter NRJ als der Mächtigere. Letztendlich meldete die Geschäftsführung unberechtigterweise Konkurs an und ließ den regulären Sendebetrieb erst durch eine Musikbandschleife und dann gänzlich einstellen. Die UKW-Frequenz 103, 4 MHz wurde trotz des vielseitigen Protests doch an Radio Energy vergeben. Andreas Welskop, André Langenfeld und einige andere versuchten jedoch durch ein Benefiz-Konzert mit diversen HipHop-Acts, wie dem Empire aus West-Berlin und A Real Dope Thing aus dem Ostteil der Stadt, auf der Insel der Jugend, ihren Beitrag zur Rettung des Senders zu leisten. Zwar waren aufgrund der Abschaltung in jener Hinsicht alle Bemühungen vergebens, doch entwickelte sich hieraus eine Sache, die deutschen HipHop um einiges voranbringen sollte. Die an der Veranstaltung Beteiligten engagierten sich auch weiterhin im HipHopBereich. Ein Name mußte her. Andreas Welskop und André Langenfeld entsannen sich des Captain-Sensible- Songs "Wot", hielten dies als Titel für den Anfang für gar nicht schlecht, doch addierte Langenfeld noch ein S, um dem Klanggebilde etwas mehr Härte zu verleihen. S.W.A.T. war geboren. Über das eigene Sprachrohr, die Yo-Show auf DT64 konnte man nun auch Veranstaltungstermine bekanntgeben. Als die Sendung gegen Ende des Jahres 1991 vorläufig vor dem Aus zu stehen schien, überlegten die Anhänger der jungen Gruppe, welche Möglichkeiten von nun an beständen, um HipHop in Deutschland weiter voranzubringen. Da man seit November 1991 sowieso schon für sich selbst einen Newsletter erstellte, entschied man sich dafür, eine Art Fanzine herauszubringen. So begann man im Januar 1992 mit der Erstellung des SWAT-Inzines. Was einst als A5 Faltblatt begann, steigerte sich bis zu seinem Ende zu einem informationsschweren, sechzigseitigen Magazin. Schon mit der zweiten Ausgabe erreichte man mehr als 200 HipHopper in ganz Deutschland. Die Posse fand mehr Anhänger und Unterstützer und wurde fast zum Inbegriff für HipHop-Aktivitäten im Osten Deutschlands. Von nun an fanden auch regelmäßig SWAT-Parties mit Gruppen wie A Real Dope Thing, No Solo, D.A.M.N., State Of Departments und Advanced Chemistry statt. Die Jahreshöhepunkte waren stets die SWAT-Geburtstage auf der Insel der Jugend oder dem Come In im Südosten Berlins. Alles was S.W.A.T. in irgendeiner Form tat, wurde auf Video festgehalten. So entstand eine dreiteilige Videodokumentation. Auch bei der Organisation und Konzeption der drei Streetjams auf dem Berliner Helmholtzplatz war S.W.A.T. eine wichtige Triebkraft. Doch die Mitglieder wurden älter, begannen eigene Wege zu gehen und steckten zunehmend weniger Engagement in die Sache, die sie selbst aufgebaut hatten. Man sah sein Ziel, die Schaffung einer Infrastruktur innerhalb der deutschen HipHop-Bewegung und das Verbinden verschiedener Aktivisten in allen möglichen Orten erfüllt. Zwischenzeitlich mußte die Posse sogar die Insel der Jugend, ihr angestammtes Heim verlassen. Sowohl ein ehemaliges Gebäude der Gesellschaft für Sport und Technik, als auch die Räume des Netzwerks Spielkultur boten S.W.A.T. ein zeitweiliges Asyl. 1996 raffte man noch ein weiteres und vorerst letztes Mal all seine Kräfte für das große Finale im Berliner Come In zusammen. DJ's, Rapper und B-Boys aus aller Welt kamen auf dieser Jam zusammen. Das vorerst von Spaiche geleitete HipHop Mobil, ein von nun an fester Part des Vereins Medienpädagogik e.V. und die Graffiti Connection, eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, die Aufträge an Writer vermitteln soll, sind mehr oder weniger als Ableger von S.W.A.T. zu betrachten. Andreas Welskop engagiert sich seither bei MZEE. André Langenfeld bereichert immer noch die Berliner DJ-Landschaft. Einige andere Mitglieder der Posse sind heute als Rapper und Writer aktiv. Der Berliner MC Gauner, stets fester Bestandteil der Posse, hatte auf dem Sampler Vibrazone mit den SWAT-Rockern sein Plattendebut.

Swift (Breaker): B-Boy aus Deutschland, der früher bei den Devil Rockers und dem Battle Squad mitwirkte und gemeinsam mit Storm die ersten beiden Battles Of The Year gewann.

Swing: Begriff aus dem Writing für den Schwung, den die Buchstaben haben können. Für viele ist es beim Style sehr wichtig, ob sich die Buchstaben bewegen oder lebendig sind.

Swipes: Begriff aus dem Breakdance. Die Swipes gehören zu den Powermoves. Als Swipes bezeichnet man das waagerechte Drehen um die Köperlängsachse während Hände und Füße abwechselnd den Boden berühren.

Swirls: Begriff aus dem Breakdance. Die Swirls sind den Handglides zuzuordnen, doch dreht sich der B-Boy in diesem Falle nicht auf den Händen, sondern auf den Unterarmen.

System: 1. Begriff aus dem Writing für das Personennahverkehrssystem. 2. Begriff aus dem Djing. Kurzform für Abtastsystem beim Schallplattenspieler. DJ's benutzen spezielle Systeme und Abtastnadeln mit einem speziellen Schliff.



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